Es klingelt nur ein einziges Mal, und schon verstummt das Telefon. Auf dem Display erscheint ein verpasster Anruf von einer meist ausländischen Vorwahl. Diese Masche nennt sich Ping-Anruf (Ping Call) – und sie ist eine der profitabelsten Kostenfallen im internationalen Telefonverkehr.
Wie funktioniert die Ping-Anruf-Masche?
Kriminelle Betreiber mieten teure Satelliten- oder Mehrwertrufnummern in exotischen Ländern oder nutzen Ländervorwahlen, die deutschen Ortsvorwahlen zum Verwechseln ähnlich sehen (z. B. +216 für Tunesien statt 0216 oder +257 für Burundi).
Spezielle Wählcomputer rufen vollautomatisch tausende deutsche Handynummern an und legen nach Bruchteilen einer Sekunde wieder auf. Das Ziel: Die Neugier oder Sorge des Opfers wecken, damit dieses die Nummer zurückruft.
Typische verdächtige Ländervorwahlen
Betrügerische Ping-Wellen stammen häufig aus Ländern wie:
- +216 – Tunesien
- +257 – Burundi
- +220 – Gambia
- +232 – Sierra Leone
- +247 – Ascension
- +675 – Papua-Neuguinea
- +881 / +882 – Satellitentelefonnetze (Inmarsat, Iridium)
Was tun, wenn Sie bereits zurückgerufen haben?
- Sofort auflegen: Beenden Sie das Telefonat unverzüglich.
- Bundesnetzagentur einschalten: Melden Sie den Vorfall der Bundesnetzagentur. Diese verhängt regelmäßig Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbote für solche Nummern.
- Telefonrechnung prüfen: Wird der Betrag abgebucht, widersprechen Sie dem Posten auf Ihrer Rechnung unter Verweis auf das BNetzA-Verbot.