Telefonbetrug • Aktualisiert am 16.08.2026

Ping-Anrufe erkennen & abwehren: Warum Sie niemals zurückrufen sollten

Das Telefon klingelt nur einmal und legt auf? Alles über die Kostenfalle Ping-Calls aus dem Ausland, teure Rückrufe und wie Sie sich schützen.

Es klingelt nur ein einziges Mal, und schon verstummt das Telefon. Auf dem Display erscheint ein verpasster Anruf von einer meist ausländischen Vorwahl. Diese Masche nennt sich Ping-Anruf (Ping Call) – und sie ist eine der profitabelsten Kostenfallen im internationalen Telefonverkehr.

Wie funktioniert die Ping-Anruf-Masche?

Kriminelle Betreiber mieten teure Satelliten- oder Mehrwertrufnummern in exotischen Ländern oder nutzen Ländervorwahlen, die deutschen Ortsvorwahlen zum Verwechseln ähnlich sehen (z. B. +216 für Tunesien statt 0216 oder +257 für Burundi).

Spezielle Wählcomputer rufen vollautomatisch tausende deutsche Handynummern an und legen nach Bruchteilen einer Sekunde wieder auf. Das Ziel: Die Neugier oder Sorge des Opfers wecken, damit dieses die Nummer zurückruft.

Achtung Kostenfalle: Sobald Sie die Nummer zurückrufen, hören Sie meist ein Freizeichen-Geräusch vom Band, eine Bandansage oder Stille. Im Hintergrund laufen Verbindungskosten von mehreren Euro pro Minute auf, an denen die Betrüger beteiligt sind.

Typische verdächtige Ländervorwahlen

Betrügerische Ping-Wellen stammen häufig aus Ländern wie:

  • +216 – Tunesien
  • +257 – Burundi
  • +220 – Gambia
  • +232 – Sierra Leone
  • +247 – Ascension
  • +675 – Papua-Neuguinea
  • +881 / +882 – Satellitentelefonnetze (Inmarsat, Iridium)

Was tun, wenn Sie bereits zurückgerufen haben?

  1. Sofort auflegen: Beenden Sie das Telefonat unverzüglich.
  2. Bundesnetzagentur einschalten: Melden Sie den Vorfall der Bundesnetzagentur. Diese verhängt regelmäßig Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbote für solche Nummern.
  3. Telefonrechnung prüfen: Wird der Betrag abgebucht, widersprechen Sie dem Posten auf Ihrer Rechnung unter Verweis auf das BNetzA-Verbot.

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